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DIE RATHAUSSTRASSE

Die heutige Rathausstraße ist eine der ältesten Straßen Berlins. Sie wurde bereits Ende des 13. Jahrhunderts angelegt. Anfang des 20. Jahrhundert war sie als Königstraße bekannt – und schon damals der Sitz großer Kaufhäuser. Die heute weitläufige Fußgängerzone war zu dieser Zeit eher ein Flaschenhals: dicht bebaut und von starkem Straßenbahnverkehr geprägt.

Der 2. Weltkrieg hinterließ große Lücken in der historischen Königstraße. Mit dem Wiederaufbau des Roten Rathauses wurde sie am 12. April 1951 in Rathausstraße umbenannt. Nach und nach begann die Umgestaltung des Areals, die mit der Errichtung des Fernsehturms Ende der 60er Jahre einen Höhepunkt erlebte. Zur gleichen Zeit wurden auch die RathausPassagen fertiggestellt.

Ein neues altes Zentrum

Ende der 60er Jahre begann die Neubebauung des weitläufigen Gebietes. Am Fuße des Fernsehturms entstand ein neuer Platz. Unter der Leitung des Architekten Heinz Graffunder wurden drei auf Stelzen ruhende Wohnhäuser errichtet, die von einem zweigeschossigen flachen Baukörper mit Höfen und Durchgängen umschlossen waren.

Oben wurde gewohnt, unten konnte man nach Herzenslust flanieren. Damit wurde dem Ort etwas von seiner früheren Geschäftigkeit zurückgegeben. Boutiquen, Fachgeschäfte, Restaurants und Cafés luden ein – und lockten nicht nur die Berliner, sondern auch viele Gäste der Stadt an.

Mit den Gebäuden an der gegenüberliegenden Karl-Liebknecht-Straße und der dazwischen gelegenen parkähnlichen Anlage bildete die RathausPassage seit ihrer Fertigstellung 1969 die großstädtische Kulisse für den Fernsehturm. Die in die Höhe strebenden, fast schwebenden Wohngebäude holten Menschen und Leben an den Ort zurück.

Die RathausPassagen entwickelten sich schnell zu einem der wichtigsten Geschäftszentren Ostberlins. Einkaufen und Bummeln, seine Freizeit verbringen und Ausgehen, Kommunikation und Kultur – das alles hatte hier seine Adresse. In den Innenhöfen, unter Bäumen oder neben humorvollen Plastiken und Reliefs, die sich durch die Passagen zogen, fand der Besucher oder Bewohner Ruhe.

Planung und Bau eines neuen Zentrums

Die Planungen für die Neubebauung der Rathausstraße in den sechziger Jahren leitete der Architekt Prof. Heinz Graffunder (1926-1994). Gemeinsam mit seinem Team entwarf er ein Gebäude, das Wohnen, Erleben, Einkaufen und Kultur ausreichend Raum gab.

SANIERUNG ALS MODERNES EINKAUFSZENTRUM

Nach der Wende boomte der Alexanderplatz als symbolträchtiges Zentrum des wiedervereinigten Berlins. Investoren und Planer setzten ihre Vision des neuen Berlins in Szene. Im Zuge dessen wurden auch die RathausPassagen vollständig saniert und als modernes Einkaufszentrum ausgebaut.

Bilder einer Baustelle

Im Zuge der florierenden Entwicklung rund um den Alexanderplatz wurden auch die RathausPassagen von 2002-2004 grundsaniert. Dabei entstand auch das neue Parkhaus, das sich zur Grunerstraße hin über die ganze Länge der Passagen erstreckt. Auch das Bürohaus ist ein Neubau aus dieser Zeit. Die offizielle Eröffnung der RathausPassagen fand am 10. Juni 2004 statt.

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