Dragonerareal
Die städtebauliche Ordnung ist gesetzt
Das Dragonerareal wird auf Grundlage des Siegerentwurfs vom Team SMAQ, Man Made Land und Barbara Schindler weiter beplant. Die Jury hat im Jahr 2020 bewusst eine robuste städtebauliche Konzeption ausgewählt, die hohe Qualität für das Dragonerareal verspricht und ausreichend Spielräume für die Entwicklung bietet. Jetzt arbeiten die Kooperationspartner*innen daran, diese Planung weiterzuentwickeln und umzusetzen.
Das städtebauliche Konzept arbeitet geschickt die Unterschiede zwischen der ehemaligen Kasernenanlage und der gründerzeitlichen Blockrandbebauung heraus und schärft somit vorhandene Qualitäten. Zeitschichten und Stadtentwicklungsphasen bleiben dadurch erkennbar. Der neu entstehende Zwischenraum, die „Grüne Fuge“, verbessert das Mikroklima, lädt gleichzeitig zur Begegnung ein und integriert die Nachbarschaft. Diese Grüne Fuge bietet Raum für eine vielfältige Formen der Freiraumnutzung. Die Mittelachse der Kasernenanlage mit seinen Abfolgen unterschiedlicher Plätze bildet einen weiteren Orientierungsrahmen, der zentrale Platz wird mit einem 16-geschossigen Wohnhochhaus deutlich markiert.
Das Gesamtquartier gliedert sich in einen nördlichen, weitgehend gewerblich genutzten Abschnitt an der Obentrautstraße, die Erweiterungszone des Finanzamtes, bildet den östlichen Quartiersrand zum Mehringdamm, im Zentrum finden sozio-kulturelle Einrichtungen in den Bestandsgebäuden ihren Platz, das Wohnhochhaus ergänzt hier das Nutzungsprofil und Süden des Areals dient überwiegend dem Wohnen.
Hier auf dem sog. Baufeld-Süd entstehen als erste Entwicklungsmaßnahme im Neubau fünf kompakte Baukörper mit bezahlbaren Wohnungen.
Ein erster Schritt in Richtung Realisierung des Wohnungsbaus auf dem Dragonerareal ist nun erfolgreich geschafft.
Zunächst gab es im Rahmen eines europaweit ausgeschriebenen Verhandlungsverfahrens einen Teilnahmewettbewerb mit über 60 Bewerbungen. Aus diesen wurden von einem Auswahlgremium sieben renommierte Architekturbüros als Generalplaner ausgewählt, welche zur Angebotsabgabe mit dialogischem Wettbewerb in einer Dreier- bzw. Viererkonkurrenz jeweils für Los A und für Los B aufgefordert wurden. Eine Entwurfslösung sowie ein Angebot für die Leistungsphasen 1-4 HOAI waren einzureichen. Ein Büro hat leider während der Bearbeitungszeit die Teilnahme zurückgezogen, so dass für beide Lose eine Dreierkonkurrenz bestand.
Eine Jury aus den Kooperationspartnerinnen Rathausblock (offizieller Name für das Städtebaufördergebiet Dragonerareal) konnten am 11. und 12. September im Rahmen des dialogischen Wettbewerbs die Arbeiten anhand von Prüfunterlagen sowie den Vorstellungen der Verfasser diskutieren und kamen zu einer fast einstimmigen Entscheidung für folgende Generalplanungsbüros: &Mica, Berlin/Köln für das Los A (Gebäude G und M) und Kaden+, Berlin für das Los B (Gebäude H, I, K). Eine Ausstellung zeigt die Ergebnisse des dialogischen Wettbewerbs.
Noch im ausgehenden Jahr 2025 wurden beide Generalplanungsbüros mit der Hochbauplanung für Los A und Los B mit ca. 240 Wohnungen beauftragt. Im Januar 2026 startete das Vergabeverfahren mit wettbewerblichem Dialog für die Planungsleistungen der Außenanlagen. Die Entwurfsverfasser des ausgewählten Entwurfs werden mit den Generalplanern für die Lose A und B weiterarbeiten. Es ist geplant, die Bauanträge im August 2026 einzureichen.
Hier finden Sie die Dokumentation Städtebauliches Verfahren Rathausblock
Hier finden Sie die Veranstaltungsdokumentation der Expert*innenwerkstatt "Wohnen auf dem Dragonerareal"
Modellprojekt Rathausblock Kreuzberg
Leitbild und Beteiligung
Um einer Privatisierung des Dragonerareals zuvorzukommen, entschied das Land Berlin, diese innerstädtische Fläche in Landeseigentum zu überführen. Ziel ist es, kooperativ ein Projekt für preisgünstiges Wohnen, Arbeiten und Kultur zu schaffen.
Durch einen Zukunftsrat, dem Vertreter*innen aller sechs Kooperationsparteien angehören, wurde eine Kooperationsvereinbarung erarbeitet und im Juni 2019 unterzeichnet. Die Vereinbarung legt Projektvereinbarungen, ein Leitbild und einen Zeitplan für die städtebauliche Entwicklung bis zur Schaffung von Planungsrecht bis Ende 2021 fest. Damit regelt sie die Zusammenarbeit der Kooperationspartner*innen.
Leitbild
Der Rathausblock Kreuzberg soll als Modellprojekt zu einem vielfältigen, inklusiven und ökologisch zukunftsweisendem Stadtquartier entwickelt werden. Dies beinhaltet 100 % leistbaren, bedarfsgerechten Wohnraum, der auch Projekte für gemeinschaftliches, generationenübergreifendes Wohnen zur Miete ermöglicht. Das Gelände soll dabei für gewerbliche und kulturelle Nutzungen erhalten bleiben, vorgesehen ist zudem die Schaffung eines Lern- und Geschichtsorts.
Beteiligung
Die Stadtgesellschaft wurde in einem Beteiligungsverfahren dazu aufgerufen, sich im zweimonatlichen Forum Rathausblock, in Laboren, Werkstätten und offenen Arbeitsgruppen einzubringen und zu vernetzen. Im Rahmen eines städtebaulichen Werkstattverfahrens wurde das städtebauliche Konzept sowie die künftigen Nutzungen des Dragonerareals und der angrenzenden Grundstücke partizipativ definiert. Dieses Verfahren bildet die Grundlage für den Bebauungsplan.
Steckbrief
Dragonerareal
| Lage | Rathausblock Kreuzberg, Mehringdamm/Obentrautstraße, 10961 Berlin-Kreuzberg |
| Wohneinheiten | ca. 415, davon ca. 290 gefördert |
| Gewerbe | 20 auf 3.300 qm |
| Baubeginn | 12/2027 |
| Bauende | 12/2029 |
| Energiestandard | EH 40 |
Kooperationspartner
Kooperationsstrukturen
Kooperationsparteien
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
Vernetzungstreffen Rathausblock
Forum Rathausblock
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH