Bewahrt: Der Mensch, das Maß aller Dinge.
Walter Womacka – international beachteter Maler und bildender Künstler.
Zu Womackas Hinterlassenschaften gehört ein 6 m breites und 15 m hohes Wandbild, welches der Künstler einst für das DDR-Ministerium für Bauwesen schuf. „Der Mensch, das Maß aller Dinge“ war wohl auch als Mahnung an diese Institution zu verstehen, wie der Architekt und Kritiker Dr. Bruno Flierl vermutet. Das Werk setzt sich aus 360 einzeln emaillierten Kupfertafeln von enormer Farbtiefe zusammen. Das mit ihm geschmückte Gebäude, dem Dr. Flierl keine Träne nachweint, ist für den Abriss bestimmt. Es drohte auch der bedauernswerte Verlust des Kunstwerks. Die WBM dankt allen Beteiligten der Bergung, mit der die WBM ein verpflichtendes Erbe angetreten hat. Gemeinsam bedauern wir, dass Walter Womacka dieser gemeinschaftlichen Wertschätzung seiner Kunst nicht mehr, wie von ihm geplant, beiwohnen konnte. Er verstarb wenige Tage zuvor am 18.09.2010.
Walter Womacka gestaltete den „Brunnen der Völkerfreundschaft“ auf dem Alexanderplatz und „Unser Leben“, einen monumentalen und weithin sichtbaren Mosaikfries, der sich als 125 m langes Bildband um das Haus des Lehrers zieht. Das 2003 und 2004 von der WBM aufwendig sanierte und 875 m² große Werk aus rund 800.000 keramischen Steinen gilt als das größte Bildwerk Europas. Diese und andere baugebundenen Arbeiten Womackas sind seit Jahrzehnten ein prägender Bestandteil des zentralen Stadtbildes von Berlins Mitte und heute ein Stück Kunst- und Architekturgeschichte. Der 2010 verstorbene Maler und Grafiker hinterlässt ein umfangreiches Lebenswerk, welches bislang in dem Schatten der dominierenden Popularität einiger Arbeiten verborgen und noch gar nicht zu ermessen ist.
Auch wenn die Verhältnisse gegenwärtig aus den unterschiedlichsten Gründen nicht danach sind, so wird man dereinst nicht umhin kommen, die deutsche Kunstgeschichte (...) in der gebotenen Unbefangenheit einer nachhaltigen Revision zu unterziehen. Dann wird man – dazu bedarf es keiner Prophetie – auch Walter Womacka einen neuen Platz zuweisen. Ulrich Clewing, Kunsthistoriker, in der FAZ vom 22.12.2000
